COVID-19: Die aktuellen Entwicklungen in Spanien

COVID-19

Spanien hat den landesweiten Notstand, der am 15.3.2020 in Kraft getreten ist, um weitere 15 Tage bis zum 11. April verlängert. Das Königreich Spanien ist nach Italien das Land in Europa mit den meisten Infizierten und Toten. Am Dienstagmorgen (24.03.2020) ist die Zahl der Fälle auf über 35.000 gestiegen, über 2.300 Menschen sind gestorben. Zudem wird ein Zusammenbrechen des Gesundheitswesens befürchtet.

Problematisch ist in diesem Zusammenhang, dass nach Auskunft öffentlicher Stellen rund zwölf Prozent aller Infizierten zum medizinischen Personal gehören und in einer entscheidenden Phase in den bereits überlasteten Krankenhäusern ausfallen. In der besonders betroffenen Region Madrid sind die Intensivstationen schon heute überfüllt, weshalb am Sonntag die ersten Patienten mit leichteren Symptomen in ein kurzerhand eröffnetes Lazarett auf dem Messegelände IFEMA verlegt wurden, welches eine Kapazität von 5.500 Betten hat.

Der spanische Regierungschef Pedro Sánchez hat die Spanier zudem darauf vorbereitet, dass „die schwerste Welle“ der Infektionen in der kommenden Woche bevorsteht. „Wir sind an einem kritischen Moment und es werden sehr harte Tage kommen“, sagte er am Samstagabend in einer Fernsehansprache.

Sanchez befürwortet Hilfsmaßnahmen auf europäischer Ebene

Spanien hat gegen die Ausbreitung des Virus die „drastischsten Maßnahmen“ in Europa ergriffen, so Sánchez weiter. Bei der Ausganssperre, die seit dem vergangenen Sonntag gilt, dürfen die Spanier nur einzeln aus dem Haus, um Lebensmittel, Medikamente oder Zeitungen zu kaufen oder arbeiten zu gehen. Spaziergänge oder joggen im Freien sind, anders als in anderen europäischen Ländern, verboten. Die Zahl der Neuinfektionen soll auf diese Weise möglichst effektiv gesenkt werden.

Um den wirtschaftlichen Folgen der Coronakrise entgegenzuwirken fordert Sánchez eine koordinierte Hilfe der EU. Die Pandemie sei eine „symmetrische Krise, die alle Länder betrifft“, sagte er am Sonntag. Deshalb „muss die EU eine gemeinsame Antwort geben. Wir müssen einen großen Marshall-Plan formulieren“, forderte Sánchez und ergänzt, dass „Europa ist im Krieg“ sei.

Konkret setzt er sich für Eurobonds sowie die Schaffung eines Arbeitslosenfonds ein, der die nationalen Hilfen ergänzen soll. Zudem habe Spanien die Europäische Investitionsbank gebeten, die Maßnahmen für mehr Liquidität zu unterstützen. „Europa ist viel mehr als das Teilen eines gemeinsamen Markts. Europa besteht auch aus einer Philosophie, aus grundlegenden Prinzipien der Menschenrechte und dem Schutz des Fortschritts“, erklärte Sanchez und erkennt in der Krise auch die Chance, Europa zu einen, indem er sagt, dass „die Notlage auch eine große Möglichkeit bietet, das europäische Projekt zu legitimieren.“